Augenoptiker Preißiger – Dresden-Löbtau Kesselsdorfer Straße 68
Im Dresdner Stadtteil Löbtau schreibt seit dem 1. März 1908 die Familie Preißiger Handwerks- und Händlergeschichte. Steht man heute in dem modernen Optikergeschäft von Christian Preißiger und wählt unter seiner fachmännischer Beratung ein neues Brillengestell aus, ist es schwer vorstellbar, dass hier einmal Großvater Otto als Klempnermeister seinen Broterwerb hatte.
Er eröffnete seine Klempnerei mit Sanitärhandel zunächst an der Saalhausener Straße Ecke Frunds-bergstraße. Fünf Jahre später zog er zweimal um. Mit seiner Werkstatt in das Hintergebäude Kes-selsdorfer Straße 68 und mit dem Ladengeschäft in die Nummer 47 der gleichen Straße. 1921 kaufte der rührige Meister das Grundstück Kesselsdorfer Straße 68. Auf der Geschäftskarte mit der neuen Adresse empfahl er sich mit der „Ausführung aller ins Fach einschlagenden Bauarbeiten Gas-, Was-ser- und Sanitäre Einrichtungen, Warmwasser-Anlagen“ und offeriert ein großes Lager an Haus- und Küchengeräten sowie Reparaturen aller Art.
1937 starb Firmengründer Otto Preißiger. Das Ladengeschäft führte Ehefrau Lina weiter. Die Klemp-nerwerkstatt übernahm Sohn Heinz. Der studierte Heizungstechniker drückte dafür noch einmal die Schulbank, absolvierte eine spezielle Klempnerausbildung und legte die Meisterprüfung ab. Als der 2. Weltkrieg begann, mußte auch er sechs Jahre Soldat werden. Gesund heimgekehrt, übernahm er zusätzlich zur Klempnerwerkstatt auch das Ladengeschäft zusammen mit seiner Ehefrau Franziska. An den guten Ruf des Geschäftes vor dem Krieg knüpften die jungen Inhaber nahtlos an und schrie-ben viele Jahre erfolgreiche Handwerks- und Händlergeschichte. 1973 gaben sie aus Altersgründen die Klempnerei auf. Den Laden führten Preißigers bis zum Erreichen des Rentenalters noch bis 1978 weiter. Die folgenden 15 Jahre verschwand der Name des alteingesessenen Familienunternehmens über der Ladentür. Von 1980 bis 1992 nutzte die Firma Pollner die Räume als Lampen- und Elektro-geschäft.
Sohn Christian Preißiger hatte andere berufliche Ambitionen, die von seinen Eltern respektiert wur-den. Mit dem Abitur in Tasche begann er 1965 bei der Firma Walter Voigt in Freital eine Lehre zum Augenoptiker, schloss diese 1968 erfolgreich ab und arbeitete anschließend 1½ Jahre als Gehilfe in seinem Lehrbetrieb. Bis zum heutigen Geschäft im einstigen Elternhaus war es aber noch ein langer Weg. Eine wichtige Etappe bildete hierbei das Studium an der Fachschule in Jena. Als er diese 1971 als Meister und Staatlich geprüfter Augenoptiker verließ, hatte er mit diesen beiden Abschlüssen die Voraussetzung erworben, sich selbständig niederzulassen. Als Walter Voigt, sein Freitaler Lehrmeis-ter, 1973 verstarb, konnte Christian Preißiger dessen Geschäft übernehmen. Die folgenden zwanzig Jahre wirkte er hier erfolgreich gemeinsam mit Ehefrau Cornelia. Ihre Stärken lagen und liegen in der Schaufenstergestaltung. Infolge Gebäuderückgabe an den Altbesitzer, gab der Augenoptiker den Fir-mensitz auf und kehrte an den Standort seiner Eltern auf die Kesselsdorfer Straße zurück. Nach um-fangreicher Investition in das alte, neue Domizil eröffnete es Christian Preißiger am 4. Oktober 1993. Bezugnehmend auf Großvater Otto, den Klempnermeister, stellt Christian Preißiger schmunzelnd fest: „Früher kauften die Löbtauer bei ihm Brillen, auf die sie sich setzen konnten. Seit 1993 kaufen sie meine Brillen, die auf die Nase gehören.“
Augenoptik – Christian Preißiger
Kesselsdorfer Str. 68 – 01159 Dresden
Telefon: 0351 / 4127660
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag von 8 bis 18 Uhr
Sonnabend von 9 bis 12 Uhr